Heizungsunterstützung


Der Beitrag zeigt Möglichkeiten zur Einbindung eines Kachelofens in die Heizungsanlage



Wenn der Kachelofen die Warmwasser-Heizung nur unterstützen soll.

Von Heizungsunterstützung sprechen wir, wenn der Kachelofen nicht der Haupt-Wärmeerzeuger ist. Wie ein solcher Kachelofen in die Heizungsanlage eingebunden werden kann, wird nachfolgend beschrieben.

Grundsätzlich kann auch bei Verwendung eines Multifunktinsspeichers - wie in den vorstehenden Beiträgen beschrieben - der Kachelofen nur zur Heizungsunterstützung eingesetzt werden, vorausgesetzt es ist mindestens ein weiterer Wärmeerzeuger im System vorhanden, der über eine entsprechende Heizleistung verfügt. 

 

Einbindung in eine neue Heizungsanlage

Beim Neubau einer kompletten Anlage empfehlen wir - wie vorher schon erwähnt - den Einbau eines Multifunktionsspeichers  wie bei der Vollhausheizung. Das Heizwasser-Speichervolumen kann jedoch kleiner gewählt werden, häufig reichen 300 bis 400 Liter. Bei Auswahl des richtigen Speichersystems ergeben sich folgende Möglichkeiten:

  • Alle Komponenten der Heizunglage werden über den Multifunktionsspeicher zusammengeführt, wodurch optimales Energie-Management erst möglich wird. 

  • In Verbindung mit einer programierbaren Gesamt-Anlagenregelung können allein durch das richtige Zusammenspiel der Komponenten zusätzlich erhebliche Energiekosten  eingespart werden (bis zu 30%).

  • Es können mehrere Wärmeerzeuger einschließlich Solarunterstützung auch gleichzeitig genutzt werden. 

  • Spätere Erweiterungen sind leichter zu realisieren, besonders wenn bei Auswahl des Speichersystems die eventuell geplanten Erweiterungen bereits berücksichtigt werden. Auch die Erweiterung des Speichervolumens durch Zusatzspeicher ist dann möglich.

Die parallele Anbindung des Pufferspeichers, wie weiter unten beschrieben ist preisgünstiger, dafür sind spätere Erweirungsmöglichkeiten eingeschränkt. 


Einbindung in eine vorhandene Heizungsanlage

Ist bereits eine Warmwasser-Zentralheizungsanlage vorhanden, gibt es zwei Arten, die Kachelofenheizung einzubinden.

 

Die direkte Einbindung (ohne Pufferspeicher)

SchemaHW01Hier wird das vom Kachelofen erwärmte Heizwasser ohne Pufferspeicher mit der Heizungsanlage verbunden. Das geschieht entweder über die Heizwasser-Rücklaufleitung der vorhandenen Wärmenutzungsanlage oder durch die direkte Anbindung an den vorhandenen Heizkessel. Es ist die preisgünstigste Möglichkeit der Anbindung. 

Voraussetzung ist, daß die vom Kachelofen erzeugte Heizwasserenergie jederzeit von der Wärmenutzungsanlage abgenommen werden kann, auch wenn dadurch evtl. Räume überhitzt werden. Ansonsten wird der Wärmeüberschuß über den im Kachelofen eingebauten Sicherheits-Wärmetauscher abgegeben (vernichtet). Die vorhandene Heizungsregelung bleibt bestehen. Der Kachelofen wärmt das aus der Wärmenutzungsanlage kommende Heizwasser vor. Je nach Wärmebedarf schaltet der Heizungsregler den vorhanden Heizkessel dazu.
 

 

Die Einbindung mit Pufferspeicher

Das vom Kachelofen erwärmte Heizungswasser wird von einem Pufferspeicher aufgenommen. Der Pufferspeicher kann auf 2 Arten in das vorhandene Heizungssystem eingebunden werden.

SchemaHW02

Parallel zur vorhandenen Heizungsanlage - wie nebenstehend abgebildet. Prinzipiell entspricht das der Einbindung wie für eine neue Heizungsanlage empfohlen. Der Installationsaufwand ist erheblich, da die Rohranbindungen des vorhandene Heizkessel und der Wärmenutzungsanlage abgetrennt und mit dem Pufferspeicher verbunden werden müssen. Außerdem werden 3-Wege-Ventile und eine Regelanlage für das gesamte Wärme-Management benötigt, damit sowohl Be- und Entladung des Pufferspeichers über die Mischventile geregelt werden kann.  
 
Direkt in den Rücklauf der Wärmenutzungsanlage - ähnlich der direkten Einbindung. Die Regelung der Heizkreise erfolgt weiterhin über die bestehende Heizungsregelung. Durch den Pufferspeicher wird eine Überheizung der Räume verhindert. Der Aufwand für diese Einbindung des Pufferspeichers ist geringer als bei der parallelen Einbindung, ist aber nicht so anpassungsfähig

 

Zuschaltbar mittels 3-Wege-Ventil - Eine weitere Variante - bei der ein einfacher Pufferspeicher eingesetzt werden kann  -  benutzt einen Differenztemparaturregler (wie bei Solaranlagen) der prüft, ob das im Pufferspeicher befindliche Heizwasser wärmer ist, als der aus der Wärmenutzungsanlage (Heizkreise) kommende Heizungsrücklauf. Ist die Temperatur im Speicher ausreichend wärmer, wird der Heizungsrücklauf über ein 3-Wegeventil zum Pufferspeicher geleitet. Der Rücklauf kommt somit vorgewärmt in den vorhandenen Heizkessel-Rücklauf. Die vorhandene (außentemperaturabhängige) Kesselsteuerung entscheidet jetzt, ob das Heizwasser ausreichend warm ist, oder ob der Heizkessel durch Zuschaltung eine weitere Anhebung des Heizwassers vornehmen muß. Ist die Heizwassertemperatur im Pufferspeicher nicht wesentlich höher als der Anlagenrücklauf, wird das Heizwasser aus dem Anlagenrücklauf über das 3-Wegeventil direkt zum Rücklaufanschluß des Heizkessels geleitet.


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